Deutscher Buchpreis 2018: Spekulationen zur Longlist – gnadenlos subjektiv

2018 erscheint es mir besonders spannend, warum, kann ich nicht einmal sagen, vielleicht, weil ich den Eindruck habe, dass in diesem Jahr viele interessante Romane deutschsprachiger Autoren erschienen sind und noch erscheinen werden. Jedenfalls fiebere ich der Longlist mit Spannung entgegen. Wie immer hoffe ich, bestimmte Autoren und Werke auf der Liste zu finden und vielleicht die eine oder andere Lektüreanregung zu bekommen. Die ganze Liste zu lesen ist dabei nicht mein Vorsatz, immer öfter stelle ich fest, dass ich mit meiner Buchauswahl dann am ehesten richtig liege, wenn ich nach Bauchgefühl entscheide.

Aus dem Frühjahrsprogramm gelesen und auf dem Blog besprochen habe ich bereits den neuen Roman von Norbert Gstrein, „Die kommenden Jahre“, den ich mir gut auf der Liste vorstellen kann. Esther Kinskys „Hain“ ist prädestiniert für die Buchpreisliste, auch wenn ich persönlich mit ihrem Roman nicht so viel anfangen konnte. Den Preis der Leipziger Buchmesse hat Kinsky schon gewonnen. Herausragend ist Anja Kampmanns Debütroman „Wie hoch die Wasser steigen“, dem ich die Nominierung sehr wünsche, und auch über Rainer Merkels „Stadt ohne Gott“ würde ich mich freuen – ein Roman, der insgesamt viel zu wenig Beachtung gefunden hat, zumindest habe ich das so empfunden.

Ruth Cerhas „Traumrakete“ und Verena Luekens „Anderswo“ habe ich sehr gern gelesen, bin mir aber unsicher, ob die Jury diese Romane berücksichtigen wird. Bleibt noch Robert Seethalers „Das Feld“, der schon jetzt immer wieder für die Liste genannt wird, aber für sicher halte ich das ebenfalls nicht.

Viele der in Frage kommenden Romane erscheinen erst in den nächsten Wochen, so dass eine Einschätzung schwerfällt. Vorablesen durfte ich bereits Inger-Maria Mahlkes Roman „Archipel“, der für mich ein heißer Kandidat für die Liste ist. Meine Besprechung folgt dann in Kürze mit Erscheinen.

Des Weiteren stehen auf meiner Leseliste noch Bodo Kirchhoffs neuer Roman „Dämmer und Aufruhr“, Christoph Hains „Verwirrnis“, Michael Kleebergs „Der Idiot des 21. Jahrhunderts“, dem ich sehr entgegenfiebere, Andreas Martin Widmanns „Messias“, Thomas Hürlimanns „Heimkehr“ und „Gott der Barbaren“ des von mir sehr geschätzten Stephan Thome. Vor allem Kirchhoff, Kleeberg und Thome sehe ich auf der Liste. Sie waren allerdings auch alle schon nominiert bzw. haben gewonnen (Kirchhoff mit Widerfahrnis), daher ist diese Vermutung nicht besonders gewagt. Außerdem erscheint der von vielen sehr sehnsüchtig erwartete neue Roman von Nino Haratischwili: „Die Katze und der General“. Nachdem ihr Roman „Das achte Leben“ nicht berücksichtigt wurde, ansonsten aber mit Lob und auch mit anderen Preisen bedacht wurde, wird es interessant zu sehen, ob der Nachfolger auf der Liste sein wird. Zu guter Letzt fällt mir noch Michael Köhlmeier ein, ob ich seinen neuen Roman „Bruder und Schwester Lenobel“ lesen werde, weiß ich aber noch nicht.

Wie auch immer die Liste aussehen wird, morgen wissen wir mehr. Vielleicht wird alles ganz anders, und sicher finden sich Romane auf der Liste, an die bisher niemand gedacht hatte und die dadurch verdiente Aufmerksamkeit bekommen. Und sowieso ist es am Ende wieder einmal nur eine Liste, die auch ganz anders ausfallen könnte. Lesen sollte man ja sowieso nur, was gefällt.

Habt Ihr Tipps für die Liste und fallen Euch Romane ein, die Ihr Euch für den Deutschen Buchpreis 2018 wünscht?


12 Gedanken zu “Deutscher Buchpreis 2018: Spekulationen zur Longlist – gnadenlos subjektiv

    1. Wirklich interessant! Ich habe einige Bücher auch einfach vergessen, und kleinere Verlage habe ich gar nicht dabei – obwohl ich mir wünsche, dass sie vertreten sein werden.

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      1. Hab auch im Nachhinein noch so viele Sachen, die natürlich ebenfalls hoch nominierungsverdächtig sind, wie etwa das neue Buch von Ursula Krechel oder Christopher Hein. Aber morgen wissen wir mehr ;-)

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    1. Von Bilkau und Pleschinski habe ich frühere Romane gelesen und die haben mich nicht so überzeugt, daher kenne ich die neuen nicht. Kampmann wäre echt verdient, finde ich. Mit Rothmann wurde ich auch nicht warm… Mal schauen, ob die Liste morgen ganz anders aussieht. Viele Grüße!

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