Herbststapel und Leseabsichten

Gerade hat erst der Sommer begonnen – hoffentlich bleibt er noch ein bisschen. Doch in den Buchhandlungen werden schon bald die ersten Herbsttitel zu finden sein und auch im Letteraturaheim sind schon die ersten Bücher aus dem Herbstprogramm eingezogen.

Eine kleine Auswahl dessen, was ich in den nächsten Wochen lesen und besprechen möchte, folgt hier:

Nach meiner Wiederlektüre von „Der Gott der kleinen Dinge“ vor kurzem freue ich mich sehr auf das neue Buch von Arundhati Roy, womit ich wohl nicht allein dastehe, ich bin gespannt auf die Reaktionen zu ihrem zweiten Roman nach zwanzig Jahren.

Bereit liegen schon „Im Herzen der Gewalt“ von Éduard Louis und „Exit West“ von Mohsin Hamid. Letzterer hat mich mit seinem Roman „Der Fundamentalist, der keiner sein wollte“ und mit dem Essayband „Es war einmal in anderem Leben“ für sich eingenommen. Louis hingegen verarbeitet eine verstörende Begegnung mit einem jungen Mann, der ihn nach einer gemeinsam verbrachten Nacht töten will.

„Stellt Euch vor, ich bin fort“ von Adam Haslett beschäftigt sich mit dem Leben mit einer bipolaren Störung. Es gab jede Menge Lob in den USA und mehrere Nominierungen für hochrangige Literaturpreise – ich bin gespannt.

In „Die goldene Legende“ von Nadeem Aslam geht es um gefährliche Geheimnisse in Pakistan. Ich habe bereits „Der Garten des Blinden“ des Autors gelesen, ein sehr intensives, auch hartes Buch, das mich aber beeindruckt hat.

Petra Morsbach schreibt in „Justizpalast“ über eine Frau, die als Richterin für Gerechtigkeit sorgen will.

Hinzu kommen neue Romane von Zadie Smith und Hanns-Josef Ortheil und noch einige weitere, die sich auf meiner Liste befinden, aber fürs Erste soll diese Auswahl reichen.

Von meiner Leseliste zu Beginn des Jahres stehen noch zwei Romane aus, die ich ebenfalls bald lesen möchte: „Wir müssen über Kevin reden“ von Lionel Shriver und „Der Distelfink“ von Donna Tartt. Und auch im Herbst möchte ich wieder ältere Titel lesen.

Die abgebildeten Bücher sind diejenigen, die ich mir für die zweite Jahreshälfte vornehme (nicht nur, aber auch). Als Murakami-Verehrerin wird es Zeit, dass ich endlich 1Q84 lese, „Die Stadt und die Hunde“ ist der Debütroman von Mario Vargas Llosa, mit Henry James soll es mal wieder etwas Klassisches sein.

Zum Deutschen Buchpreis werde ich dieses Jahr wohl keine gesonderten Beiträge schreiben. Wie immer werde ich ihn verfolgen und die nominierten Bücher genauer anschauen und wahrscheinlich einige lesen und besprechen, sofern sie für mich interessant sind. Da es aber erneut eine Gruppe von Buchpreisbloggern geben wird und der Preis vor allem im letzten Jahr sehr präsent in den Blogs war und ich letztlich eine gewisse Müdigkeit und Überdruss zu spüren glaubte, soll das ausreichen.

Wie es aussieht, werde ich ohnehin beschäftigt sein – und wie immer freue ich mich, wenn Ihr vorbeischaut.

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36 Antworten zu Herbststapel und Leseabsichten

  1. infraredhead schreibt:

    Da gibt es wieder einige Überlappungen mit meiner Leseliste (Roy, Louis, Hamid, Shriver, 1Q84 etc.). Ich freue mich schon darauf zu sehen und zu lesen, wie dir diese (und andere) Bücher gefallen.

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  2. SätzeundSchätze schreibt:

    Eine schöne Auswahl hast Du da für Dich getroffen – da würde mich auch einiges reizen, aber auch ich habe mir vorgenommen, mich nicht mehr so sehr vom Rausch der Neuerscheinungen einnehmen zu lassen. Von Deiner Liste wird wohl Haslett auch auf meine wandern, und, nachdem auch ich „Der Gott der kleinen Dinge“ liebte, ihr lang erwartetes zweites Buch.
    Ich bin gespannt, was Du zu Vargas Llosas Debüt schreiben wirst …

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    • letteratura schreibt:

      Ja, ich versuche das auch. Also vor allem, genau abzuwägen, was ich wirklich lesen will und mir auch gefallen könnte. Der Haslett erscheint erst im Januar, das dauert also noch, bis wir den lesen können. Vargas Llosa… ich habe noch einige seiner Bücher ungelesen im Regal und gelesen erst zwei oder drei – Du setzt mich jetzt leicht unter Druck, gut so! 🙂

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  3. Bri schreibt:

    Sehr interessant – aber keine einzige Überlappung, was ja eigentlich gut ist, da man sich da dann gegenseitig informieren kann, andererseits lässt das auch vermutlich den Wunschstapel wieder anwachsen. Wo ich doch dieses mal genügsamer sein will … mal gucken, ob ich das hinkriege ;). Eine interessante Auswahl auf jeden Fall!! LG, Bri

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  4. thursdaynext schreibt:

    Arundhati R. und den Murakami möchte ich auch unbedingt lesen. Schöne Aktion diese Herbstbücher. Interessant wie immer bei dir. Doch nachdem es bei uns gerade wieder bitterkalte 18 Grad hat Möge der Sommer ewig dauern 😉
    Schönes WE

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    • letteratura schreibt:

      Nun, hier stand die halbe Stadt unter Wasser 😉 Aber es wird bestimmt besser! Vor allem die Aufstellung der älteren Bücher ist ja auch ein bisschen Druck für mich selbst – was man ankündigt, muss man ja auch bringen 😉

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      • thursdaynext schreibt:

        Uh, ich mag Lesedruck ja so gar nicht. Mittlerweile bin ich auch sehr konsequent, wenn mich ein Roman nicht anspricht. Dann breche ich ab. Die Aufnahmen der schwappenden Berliner U – Bahn Stationen waren wirklich beindrcukend und erschreckend. Natur kann einfach richtig saftig zuschlagen. Übrigens Magischer Realismus Olga Slawnikova ist da empfehelenswert mit ihrem Roman 2017

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      • letteratura schreibt:

        Ich breche auch konsequent ab. Alle Bücher auf der Liste will ich lesen, seit längerem, sollten sie mir nicht gefallen, dann fliegen sie raus. Ja, es war wirklich erstaunlich, es war einfach soooo viel Wasser… 🙂 Von Olga Slawnikova habe ich noch nie gehört…

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      • thursdaynext schreibt:

        Ich bis dato auch nicht. Hat mit 2017 den russ. Booker Preis gewonnen.

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  5. infraredhead schreibt:

    Die ganze Zeit habe ich überlegt, ob „Magischer Realismus“ ein gutes Thema ist, weil ich dachte, ich würde nicht genügend Bücher zusammenbekommen. Nun habe ich das Gefühl, ich kann die Liste von Büchern nicht rechtzeitig durch“arbeiten“.

    Danke für die Tipps!

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    • letteratura schreibt:

      Jetzt musst Du sie nur noch alle bis August lesen 😉 Ich finde das Thema spannend, ich hoffe, Du setzt den Plan in die Tat um. 🙂

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      • infraredhead schreibt:

        Jetzt muss ich ja :-).

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      • infraredhead schreibt:

        Alles werde ich sicher nicht schaffen, aber ich habe am Monatsende ja immer eine Auflistung von Büchern zum Thema, die wird nun auch länger. Mal schauen, was ich bis August schaffe. Jetzt höre ich erstmal Hundert Jahre Einsamkeit…

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      • letteratura schreibt:

        Ich habe Hundert Jahre Einsamkeit vor zwei Jahren oder so noch einmal angefangen, hatte es ganz großartig in Erinnerung und habe dann ganz unerwartet keinen Zugang mehr gefunden. Keine Ahnung, wie das kam, irgendwann muss ich nochmal versuchen.

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      • infraredhead schreibt:

        Ich habe das Buch vor 10-15 Jahren zwei Mal gelesen und war damals restlos begeistert. Ich bin auch sehr gespannt, wie ich es nach all den Jahren finde. Ich habe vorhin erst angefangen, und bisher kann ich nur sagen, dass die neue Übersetzung großartig ist und dass das Buch hervorragend gelesen wird. Ich hoffe aber ganz sehr, dass ich das Buch immer noch so wunderbar wie vor einem Jahrzehnt finde…

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      • letteratura schreibt:

        Bei Arundhati Roy neulich hat es funktioniert… Vielleicht war es bei mir einfach der falsche Zeitpunkt.

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      • infraredhead schreibt:

        Da hat es bei mir leider nicht so gut funktioniert. Ich habe Der Gott der kleinen Dinge auch als Hörbuch gehört und fand es bisweilen zu schwülstig. Das empfand ich vor fast 20 Jahren auch anders…

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      • letteratura schreibt:

        Ich fand das gar nicht, im Gegenteil. Vielleicht hättest Du es selber lesen müssen 😉

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  6. literaturreich schreibt:

    Roy, Smith und Haslett stehen auch auf meiner Liste. Da bin ich wie immer gespannt und freue mich!

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    • letteratura schreibt:

      Bestimme Bücher tauchen dann ja oft sehr geballt auf, bei Zadie Smith vermute ich, dass wir da einige Besprechungen lesen werden. Wir lesen uns, viele Grüße!

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      • literaturreich schreibt:

        Ja, das stimmt. Smith ist für mich Pflicht, ich habe alle ihre Bücher geliebt. Seit ich weiß, das das Buch bei vorablesen verlost wurde und ich noch bis zum Presseversand warten muss, bin ich etwas gefrustet. Und eine Besprechung wird dann auch schwer. Wer will das dann noch lesen? Auf das Buch freue ich mich aber sehr. LG

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      • letteratura schreibt:

        Ich finde das immer etwas unglücklich, dass dann Wochen vor dem Erscheinen schon Rezensionen im Netz rumschwirren. Ich weiß, dass es in dem Fall ausdrücklich erlaubt ist, aber ob es dem Buch guttut, weiß ich auch nicht…

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  7. buchuhu schreibt:

    Mario Vargas Llosa gehört zu meinen Lieblingsautoren, auch wenn seine Romane der letzten Jahre – okay, der letzten etwa 20 Jahre – leider nicht mehr so stark sind. Aber Die Stadt und die Hunde fand ich sehr faszinierend, und ich würde mich freuen zu lesen, was Du darüber denkst.

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    • letteratura schreibt:

      Er hat so viel geschrieben, das ich noch nicht kenne, und diesen Roman hatte ich grad neulich in der Hand. Was Du schreibst, klingt ja ermutigend, dann muss nur noch die nötige Zeit und Muße her 🙂

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