Deutscher Buchpreis 2016 – Die Longlist

Ich verfolge den Deutschen Buchpreis schon seit einigen Jahren und finde es immer wieder spannend, welche Bücher es dann wirklich auf die Liste geschafft haben. Ich habe aber nicht den Anspruch, die komplette Longlist oder auch nur die Shortlist zu lesen, vielmehr ist die Liste für mich jedes Mal wieder eine Inspiration. Jedes Jahr aufs Neue fiebere ich ihr entgegen und studiere sie genau, wenn sie erst einmal da ist. Und dann überlege ich mir, welche Romane der Liste ich lesen möchte – und welche mich aus den verschiedendsten Gründe zumindest im Moment einfach nicht ansprechen.

Bloggeraktionen gibt es ja schon, sowohl die Buchpreisblogger, die ganz offiziell zur Liste bloggen, als auch den Buchpreisblog, auch dort sollen die nominierten Romane vorgestellt werden. Ich bin schon gespannt auf Meinungen zu den Romanen und natürlich auf die Romane an sich.

Der Vollständigkeit halber hier noch einmal die Liste:

Akos Doma: Der Weg der Wünsche (Rowohlt Berlin, August 2016)
Gerhard Falkner: Apollokalypse (Berlin Verlag, September 2016)
Ernst-Wilhelm Händler: München (S. Fischer, August 2016)
Reinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald (S. Fischer, August 2016)
Bodo Kirchhoff: Widerfahrnis (Frankfurter Verlagsanstalt, September 2016)
André Kubiczek: Skizze eines Sommers (Rowohlt Berlin, Mai 2016)
Michael Kumpfmüller: Die Erziehung des Mannes (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2016)
Katja Lange-Müller: Drehtür (Kiepenheuer & Witsch, August 2016)
Dagmar Leupold: Die Witwen (Jung und Jung, September 2016)
Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder (Suhrkamp, September 2016)
Thomas Melle: Die Welt im Rücken (Rowohlt Berlin, August 2016)
Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Kiepenheuer & Witsch, November 2015)
Hans Platzgumer: Am Rand (Paul Zsolnay, Februar 2016)
Eva Schmidt: Ein langes Jahr (Jung und Jung, Februar 2016)
Arnold Stadler: Rauschzeit (S. Fischer, August 2016)
Peter Stamm: Weit über das Land (S. Fischer, Februar 2016)
Michelle Steinbeck: Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch (Lenos, März 2016)
Thomas von Steinaecker: Die Verteidigung des Paradieses (S. Fischer, März 2016)
Anna Weidenholzer: Weshalb die Herren Seesterne tragen (Matthes & Seitz Berlin, August 2016)
Philipp Winkler: Hool (Aufbau, September 2016)

Gelesen habe ich von der Liste tatsächlich noch nichts. Sabine Grubers „Daldossi“ hatte ich ein bisschen erwartet, und obwohl mir der Roman nicht ganz zusagte, sah ich ihn auf der Liste. Glavinic‘ „Jonas-Komplex“ hatte ich eher nicht auf der Liste gesehen, Juli Zehs Unterleuten (den Roman habe ich nur angelesen) ebenfalls nicht. Für Shida Bazyars „Nachts ist es leise in Teheran“ hätte ich mich gefreut, war mir aber auch alles andere als sicher.

Ralfreitze vom Feinen Buchstoff hat bereits „Die Erziehung des Mannes“ gelesen und Sätze und Schätze machte neulich große Lust auf Katja Lange-Müllers „Drehtür“ („Böse Schafe“ habe ich in bester Erinnerung“)

Auf meiner persönlichen To-read-Liste standen schon zuvor „Widerfahrnis“ von Bodo Kirchhoff und „Fremde Seele, dunkler Wald“ von Reinhard Kaiser-Mühlecker sowie Thomas Melles „Die Welt im Rücken“. Es wird aber sicher nicht bei diesen Romanen bleiben, einige andere haben ebenfalls mein Interesse geweckt.

Ihr werdet also – hoffentlich – bald hier die eine oder andere Besprechung zu einem Roman von der Longlist finden. Ich freue mich schon auf die Diskussionen um die in diesem Jahr nominierten Romane, ob nun hier oder auf anderen Blogs.

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17 Antworten zu Deutscher Buchpreis 2016 – Die Longlist

  1. marinabuettner schreibt:

    Ich war auch überrascht von der Liste. Aber ich finde sie inzwischen sehr anregend. Drei Titel habe ich schon gelesen und weitere drei liegen hier schon bereit. Ich bin sehr gespannt auf die Meinungen der anderen Blogger …

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    • letteratura schreibt:

      Ich bin auch gar nicht enttäuscht. Es sind einige Romane nominiert, von denen ich noch nicht einmal gehört hatte und eben Einiges, das mich auch anspricht. Ich freue mich schon auf Deine Besprechungen, die ja bestimmt bald kommen! 🙂 Und dann werde ich auch mal bei Dir nach den schon gelesenen Titeln suchen…

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  2. SätzeundSchätze schreibt:

    Hmm … ich muss sagen, ich war von der Liste heute nicht so angetan. Mir fehlen ein wenig die kleineren Verlage, auch ein paar neue, wilde Autoren, das ist schon alles sehr „gesetzt“ und etabliert. Ja, aber diese Kritik kommt ja auch Jahr für Jahr … heuer finde ich das Übergewicht der „Großen“ jedoch sehr deutlich.
    Danke fürs Verlinken – bin ja gespannt, wie Dir „Drehtür“ gefällt.

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    • letteratura schreibt:

      Das ist wohl richtig – und das mit der Kritik auch 🙂 Mal schauen, ob die Romane dann auch „gesetzt“ sein werden, ich habe ja noch keinen gelesen. Wirst Du denn einen oder mehrere Romane lesen? Oder (erstmal) gar nicht?

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      • SätzeundSchätze schreibt:

        Ich werde wohl eher keinen lesen, evt. dann erst den Siegertitel – ich fand es zwar letztes Jahr spannend, bei den Buchpreisbloggern dabei zu sein und habe auch neue Autor/innen für mich entdeckt – aber es war ebenso auch anstrengend: Ich lese gerne „freier“, nach Gusto. Ich habe übrigens nochmals nachgeschaut: Mit Berenberg, Droschl, Wallstein und dem Verbrecher Verlag war die Bandbreite an kleineren Verlagen 2015 deutlich breiter …

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      • letteratura schreibt:

        Das ist ja schon auffällig, dass die kleinen Verlage nicht dabei sind. Schade. Ja, jetzt die ganze Liste lesen zu „müssen“, fände ich auch sehr anstrengend, daher bin ich auch froh, dass ich einfach für mich entscheiden kann, was ich lesen möchte und zwar nur die Romane, die mich auch ansprechen. Ich habe auch im Vorfeld schon festgestellt, dass zum Beispiel aus dem Herbstprogramm mehr internationale Romane auf meiner Merkliste stehen als Bücher deutscher Autoren. Und die wollen ja auch alle gelesen werden 🙂

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    • marinabuettner schreibt:

      Aber da gibt es z.B. Anna Weidenholzer und Reinhard Kaiser-Mühlecker und Akos Doma etc. Ich finde eher das das Gleichgewicht zwischen Männern und Frauen nicht stimmt …

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  3. Gregor Lüthy schreibt:

    Auch ich hab noch keinen der Romane gelesen, Peter Stamm steht allerdings auf meiner Leseliste. Für ihn freue mich mich und hoffe, dass er es auf die Shortlist schafft. Auch über Arnold Stadler freue ich mich. Ja, und so scheint es, dass Fischer ein gutes Händchen hatte dieses Jahr. Über die Nominierung von Thomas von Steinaecker wundere ich mich allerdings ein wenig, wenn ich daran denke, wie gemischt er in den Feuilletons aufgenommen wurde. Bin sehr gespannt, wer’s eine Liste weiter schafft. Sehr schade finde ich, dass Anna Katharina Hahn nicht berücksichtigt wurde.

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  4. Marion schreibt:

    Mich kriegt die Liste auch nicht so richtig. Das ist beim Buchpreis aber oft so. Außer letztes Jahr, als meine große Autorenliebe Frank Witzel auf der Longlist stand und ich mir sicher war, er würde es nicht mal auf die Shortlist schaffen, weil sein Buch zu abgedreht sei.
    DIeses Jahr hab ich mich noch nicht so sehr mit der Liste auseinandergesetzt – das ist zu beruflich und ich habe Urlaub. Aber erfahrungsgemäß finde ich da selten was für mich. Woran es liegt sollte ich vielleicht mal ergründen.

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    • letteratura schreibt:

      Das finde ich nicht weiter schlimm, dann ist das halt so. Für mich ist die Liste auch vor allem erstmal Inspiration und ich habe nicht den Anspruch, mich da durchzulesen. Zum Glück kann man ja selbst entscheiden, was man lesen will 🙂

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  5. dj7o9 schreibt:

    ich habe den Meyerhoff zum Geburtstag verschenkt, der wohnt also schon bei mir, den werde ich wohl auch lesen und ansonsten würde mich noch „Drehtür“ interessieren, ansonsten eher so hm nö.
    Keine Ahnung woran das liegt, weil ich ohnehin eher anglo-amerikanisch lese oder sind es die Themen? Auf jeden Fall interessiert mich der Man Booker Prize immer irgendwie mehr, wobei ich Bücher eigentlich nur lese wenn mich das Thema interessiert, ob sie einen Preis gewonnen haben oder auf einer Liste stehen ist mir (fast) egal.

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    • letteratura schreibt:

      Ich entscheide da auch ganz subjektiv danach, was mich anspricht, und ich finde es einfach interessant, was so nominiert wird. Kritisiert wird die Liste ja immer. Und dieses Jahr interessieren mich offenbar generell mehr nicht-deutschsprachige Romane.

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