Die Liebe zur Musik ist subjektiv – Start der KiWi Musikbibliothek

Vor einiger Zeit erreichte mich überraschende Post vom Verlag Kiepenheuer & Witsch, die mich sehr gefreut hat: Im Paket befanden sich alle vier Bände, mit denen der Verlag die „KiWi Musikbibliothek“ startet, eine Reihe, in der bekannte Menschen bzw. Autoren oder Journalisten über ihre Lieblingsmusiker oder Bands schreiben. Radikal subjektiv. Um die Liebe zum geschriebenen Wort mit der Liebe zur Musik zu vereinen.

Mit diesem Beitrag zur KiWi Musikbibliothek gibt es eine Premiere auf meinem Blog: Der folgende kursiv gehaltene Text, der sich mit einem der vier Bände befasst, wurde von meinem Bruder geschrieben.

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Verschüttet – Raphaela Edelbauer: Das flüssige Land

Wenn morgen verkündet wird, wer in diesem Jahr den Deutschen Buchpreis erhält, dann könnte mit Raphaela Edelbauer eine Debütantin gewinnen. Zwei weitere Debütromane haben es auf die Shortlist geschafft. Wie bereits Miku Sophie Kühmels „Kintsugi“, das sich ebenfalls unter den letzten sechs befindet, hat mir auch „Das flüssige Land“ sehr gefallen. Dass ich fest mit Norbert Scheuer als Buchpreisgewinner rechne, ist dabei eher zweitrangig – außerdem ist die Jury ja immer für eine Überraschung gut. Edelbauer steht außerdem auch auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreises (und Miku Sophie Kühmel erhält in diesem Jahr den aspekte Literaturpreis). Das dritte Debüt auf der deutschen Shortlist, Tonio Schachingers „Nicht wie ihr“ habe ich nicht gelesen.

Wieso also ist das Land, um das es hier geht, flüssig? Die junge Physikerin Ruth erhält zu Beginn des Romans einen Anruf, der alles verändert: Ihre Eltern sind bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Ruth ist im Ausnahmezustand, weiß erst einmal nicht, wohin mit sich, setzt sich ins Auto und fährt los. Von ihrer Tante weiß sie, dass die Eltern unbedingt in Groß-Einland begraben werden wollten, einem Ort, den Ruth nicht kennt – und den sie zunächst auf keiner Karte finden kann und den niemand zu kennen scheint. Es ist ein Zufall, dass sie den Ort dann doch noch findet, als sie ein Gespräch mithört, in dem vom ihm die Rede ist.

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Palästinensische Vergangenheit – Stephan Abarbanell: Das Licht jener Tage

Robert Landauer war einst ein sehr angesehener Mediziner, doch ein Pharmaskandal sorgte für einen enormen Karriereknick. Zwar muss Landauer die Arbeitslosigkeit nicht fürchten, doch sein Ruf ist beschädigt. Er lebt allein, von seiner Frau ist er seit langem getrennt, die Ehe zerbrach am Tod der gemeinsamen Tochter. In Berlin hat er eine folgenreiche Begegnung, als er einer jungen Frau hilft, die bei hohen Temperaturen einen Schwächeanfall erleidet. Er kümmert sich um sie und erhält kurze Zeit später eine Einladung ihres Vaters, der sich bedanken will. Fouad Tamimi, so sein Name, und Landauer kennen sich aus der Vergangenheit, ja, aus so etwas wie einem früheren Leben. Tamimi bittet Landauer um einen Gefallen, denn Landauer steht in dessen Schuld, wegen dem, was viele Jahre zuvor passiert ist.

Landauer macht sich auf die Suche nach der Frau, die Tamimi vor vielen Jahren geliebt und verloren hat. Tamimi hatte mit Sahira aus dem Nahen Osten fliehen und ein neues Leben mit ihr beginnen wollen, doch die beiden wurden getrennt. Angeblich wurde Sahira beim Massaker im palästinensischen Flüchtlingslager getötet, so wie ihre gesamte Familie, doch es gibt keine Beweise. Landauer reist in den Libanon, um die Spuren Sahiras aufzunehmen und trifft dabei auch auf vergessen Geglaubtes aus seiner eigenen Vergangenheit. Gleichzeitig macht man ihm schnell klar, dass einige mächtige Männer es lieber sähen, wenn er seine Recherchen einstellen würde. Landauer wird bedroht. Es ist eine brisante Geschichte, der er immer näher kommt.

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Verlierer – Claire Beyer: Revanche

Tobias Ristow hat keinen guten Start ins Leben erwischt: Als drittes Kind eines Unternehmers mit dessen zweiter Frau, der aus erster Ehe bereits zwei Söhne hat, ist für ihn kein Platz in den Vorstellungen des stets distanzierten Vaters. Der hatte sich eigentlich ein Mädchen gewünscht, schließlich ist die Firma ja durch die beiden ersten Söhne bereits für die nächste Generation gesichert.

Seine Mutter stirbt früh, der Vater nimmt ihn nicht für voll und schenkt ihm nach dem Abitur zwar eine komfortable Wohnung. Im Gegenzug jedoch überredet er Tobias, ein paar Unterschriften unter Dokumente zu setzen, deren Inhalt dieser nicht einmal kennt, und von deren Tragweite er keine Ahnung hat. Schließlich sieht er keinen Grund, seinem Vater nicht zu vertrauen. Zudem hat er ein paar schwere Schläge einstecken müssen und einige Zeit in einer Klinik verbracht, ist psychisch angeschlagen, wird generell als Träumer belächelt.

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Die Zerbrechlichkeit von Beziehungen – Miku Sophie Kühmel: Kintsugi

Ein Wochenende, vier Personen, die sich gut, sehr gut kennen, die glauben, alles voneinander zu wissen. Zumindest alles, was wichtig ist.

Max und Reik sind seit ca. 20 Jahren zusammen, in ihren Vierzigern, unterschiedlich zwar, doch von außen betrachtet für alle ein Traumpaar, das sich perfekt ergänzt. Die große Liebe, so scheint es. Max ist Archäologe, Kopfmensch, liebt Ordnung, im Gegensatz zu Reik, der ein bekannter Künstler ist, charismatisch, sexy, problemlos zieht er andere in seinen Bann. Das Wochenende verbringen sie mit Tonio und seiner gerade erwachsen gewordenen Tochter Pega. Tonio und Reik hatten mal etwas miteinander, bevor Max auftauchte. Jetzt sind sie gute Freunde und Tonios Tochter wuchs quasi mit drei Vätern auf, denn auch Max und Reik kümmerten sich seit ihrer Geburt um sie, liebten sie wie ihre eigene Tochter. Eine Tochter, die ihre Mutter nicht kennt, denn Bettina, mit der Tonio nur kurz zusammen war, wollte dieses Kind nicht, kam aber mit Tonio überein, es zu bekommen und ihm zu überlassen, da er sich nichts sehnlicher wünschte. Die letzten ca. 20 Jahre lebte Tonio allein für Pega, richtete alles nach ihr aus, und ihm fällt es nun schwer, sie ziehen zu lassen und zu akzeptieren, dass sie kein kleines Kind mehr ist.

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